Banken in die Schranken! Banken in die Schranken!

Volksbegehren:
Banken in die Schranken!


Geld regiert die Welt - wie einstmals Gott - und bestimmt das Schicksal des Menschen - wie einst ebenfalls Gott. Geld hat Gott verdrängt. Geld ist der "Gott" des Kapitalisten. - Globalisierung, Zentralisierung, Monopolisierung und Konzentrierung pervertieren zur Diktatur des Kapitals, zum Faschismus.

von Norbert Knobloch

Die herrschende Klasse des Kapitals und der Hochfinanz hat es geschafft, ihr eigenes materialistisches Standesinteresse als vermeintliches Interesse der Gemeinschaft zu verkaufen, mehr noch, die Bedingungen für die Sicherung und den Ausbau ihrer (a)sozialen und politischen Position, die sie gewaltsam usurpiert hat, der gesamten Gesellschaft als knebelndes Gesetz aufzuzwingen. Das ist ihr nicht zuletzt auch deshalb gelungen, weil sie vernebelnde Ideologien eines vorgeblichen "Liberalismus" wie die von dem scheinbar "objektiven Gesetz von Angebot und Nachfrage" und dem angeblich "freien, sich selber regulierenden Markt" (beide sind längst durch die Regelung nach der Rendite abgelöst, freie Konkurrenz und Wettbewerb durch Monopole verdrängt worden) verbreitet und hanebüchene, zynische Gedanken wie den von "Private Vices, Public Benefits" ("Private Laster gleich öffentliche Vorteile") aus der satirischen "Bienenfabel" des niederländischen Nervenarztes Bernard de Mandeville1) von 1705, von der man aber nicht weiß, ob sie nicht doch ernst gemeint war, und die zu dem modernen Credo des Wirtschafts-Liberalismus gemacht wurde, zur Verschleierung und Rechtfertigung kapitalistischer Interessen missbraucht hat.

Globalisierung und Monopolisierung, Zentralisierung und Konzentrierung

Der Kapitalismus hat durch die Ausbeutung des gesamten Weltmarktes die Produktion, den Vertrieb (Warentransport, Wirtschaftsverkehr) und den Konsum "globalisiert": Der Drang, die Sucht und die Gier nach unaufhörlich wachsendem Profit und damit (verbrecherisch erzeugtem) Reichtum, heute zynisch und euphemistisch (beschönigend-verschleiernd) "Wachstum" genannt, führt zu dem selbst geschaffenen "Sachzwang", immer  neue Ressourcen (Bodenschätze und Rohstoffe) und Absatzmärkte zu erschließen sowie immer günstigere Produktions-Standorte mit immer billigeren Produktivkräften (Arbeiter) zu finden. Mit der "Entdeckung" und Kolonialisierung Amerikas und der daran anschließenden fast völligen Ausrottung der rund 80 Millionen Ureinwohner dieses Kontinents im Zuge der Conquista und der "Völkerwanderung" von Europa dorthin, der Deportation der ebenfalls nach Millionen zählenden schwarzen Sklaven aus Afrika nach Amerika, dem "Black Holocaust" (Artur P. Schmidt) des  Sklavenhandels vom Ende des 15. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts mit 100 (einhundert) Millionen Toter, waren die Voraussetzungen für die Entwicklung eines industriellen Weltmarktes geschaffen, der zur heutigen ökonomischen Globalisierung, politischen Zentralisierung, pekuniären Monopolisierung und monetären Konzentrierung, und zwar rückwirkend wiederum von den U.S.A. aus, pervertiert worden ist.

So sind die Kapitalisten überall auf der Erde wie alles vernichtende Heuschreckenschwärme eingefallen und haben alle bewährten, traditionellen lokalen, regionalen und nationalen wirtschaftlichen und damit auch sozialen und kulturellen Strukturen zerstört. An die Stelle einer mehr oder weniger weit reichenden Unabhängigkeit durch eigene, im Lande hergestellte und gebrauchte Erzeugnisse ist die totale Abhängigkeit der Nationen voneinander, von Import und Export der Rohstoffe und Waren, getreten. Die Kapitalisten haben allen Nationen ihr absurdes System, den Kapitalismus, aufgezwungen, stets gewaltsam - entweder direkt militärisch durch Krieg oder indirekt durch Wirtschaftsimperialismus. In demselben Maße wie die Globalisierung entwickelten sich auch der Reichtum und die Macht der Hochfinanz. Schließlich eroberte und erschlich sie sich in der modernen, de facto faschistischen Staatsform, der zynisch und heuchlerisch so genannten "Parlamentarisch-Repräsentativen Demokratie", die alleinige politische Macht und die unangefochtene wirtschaftliche und (a)soziale Führungsposition. Das ist die Diktatur des Kapitals - Faschismus per definitionem und in Reinform.

Der asoziale Narzissmus des Kapitalismus

Das destruktive System des Kapitalismus generiert aber gerade aufgrund seiner immanenten Eigenart des notwendigen "Wachstums" und der kriminellen, nämlich vorsätzlich erzeugten Inflationen und Deflationen durch gesteuerte Vermehrung und Verminderung des Geld-Volumens durch die privaten Zentralbanken zum Vorteil ihrer Eigentümer und Teilhaber regelmäßig Krisen, nämlich Rezessionen und Depressionen sowie Überproduktion und Absatzschwierigkeiten: Es wird mehr produziert, als gebraucht wird und von den mehr und mehr verarmenden Massen gekauft werden kann. Der Kapitalismus meistert diese Krisen rücksichtslos - stets und nur zu Lasten und auf Kosten der arbeitenden, steuerzahlenden Mehrheit der Bevölkerung: einerseits durch massenhafte Vernichtung des Überschusses der Waren, wodurch der verbleibende Rest teurer wird und so  beim Verkauf an die wohlhabende Minderheit auf dem heimischen Markt und auf fremden Märkten dennoch Profit bringt; andererseits durch die skrupellose Vernichtung von Produktivkräften (Arbeitern), also den Abbau von Arbeitsplätzen in Form der Massenentlassungen; schließlich durch die noch brutalere Ausbeutung der verbliebenen, nun noch stärker erpressbaren Arbeiter, die noch gründlichere Plünderung der vorhandenen und die Eroberung und Ausbeutung neuer Märkte.

Die willkürlich herbeigeführten Konjunktur-Schwankungen, Wirtschafts-Krisen und Banken-Crashs dienen einzig und allein dazu, die soziale Kluft zwischen "Arm" und "Reich" immer weiter auseinander klaffen zu lassen. Nach der Überwindung solcher künstlich erzeugten Krisen auf Kosten der arbeitenden Steuerzahler sind die Reichen reicher und die Armen ärmer geworden, die nächste Krise programmiert und die Gegenmittel eingeschränkt - ein raffiniertes, perfides "Perpetuum Mobile" des privaten Profits, das den irrsinnigen, destruktiven Wesenskern des modernen Kapitalismus und die asoziale, parasitäre, schmarotzende Charaktereigenschaft der Kapitalisten exakt bezeichnet: die Abwälzung von schuldhaft selber verursachten und billigend in Kauf genommenen Kosten und Schäden auf Andere, und zwar auf diejenigen, die ohnehin schon die Opfer dieses kranken, kriminellen Wirtschaftssystems sind - die arbeitende, steuerzahlende Bevölkerungsmehrheit.

"Der Drang, soziale Kosten erfolgreich abzuwälzen, macht den eigentlichen Wesenskern des Kapitalismus aus. Seine Nebenwirkungen werden [schamlos und zynisch] als 'externe Effekte' ausgegeben oder zum Problem von jemand anderem erklärt. Das [asoziale] Abwälzen von Kosten (...) erhöht die Profite. Dieses Verfahren ist für den Kapitalisten unwiderstehlich, jedenfalls, solange es keine wirksame Abschreckung [durch gesetzliche Strafmaßnahmen oder bürgerlichen, gesellschaftlichen Widerstand] gibt."2) (Anm. d. d. Verf.)

Karl W. Kapp hatte bereits 1950 und 1963 in seinen beiden Werken "Volkswirtschaftliche Kosten der Privatwirtschaft" und "Soziale Kosten der Marktwirtschaft" aufgedeckt, dass die industrielle Produktion im Kapitalismus Schäden und Kosten verursacht, welche die gesamte Gesellschaft - mit Ausnahme der Verursacher selber! - in Form von Naturzerstörung, den so genannten "Umweltschäden", sowie Minderung der Lebensqualität und Sinken der Lebenserwartung tragen muss. Die Quantität (Menge) der Produkte steigt unaufhaltsam immer weiter, während die Qualität der Lebensumstände in proportionalem Verhältnis dazu sinkt.3)

Karl-Erik Ziemen von der TU Berlin stellt in seinem Artikel "Der Wettlauf mit dem Wachstum" fest, dass die Umweltzerstörung proportional der Bevölkerungszahl, dem Energie-Verbrauch und der Produktion ist. Es wird so lange eine zunehmende Zerstörung der natürlichen Umwelt, unserer natürlichen Lebensgrundlagen und so der Lebensqualität statt-finden, wie Produktion und Konsum weiter steigen werden, es also "Wachstum" geben wird.4)

Die weiteste Frist, in welcher der Kapitalist denkt, ist die Zeit, in der sich sein Kapital rentiert, das heißt Gewinn und Profit abwirft. Dieser begrenzte, ja beschränkte Zeithorizont des Kapitalisten ist umgekehrt proportional zu seiner grenzenlosen Verantwortungs-, Gewissen- und Skrupellosigkeit. Diese äußern sich allgemein in dem rücksichtslosen Umgang mit der Natur, also den Lebensgrundlagen aller Lebewesen, und mit dem Menschen insbesondere. Der Kapitalist ist egoistisch und narzisstisch, parasitär und asozial; der Kapitalismus ist obszön.

So sagte die Präsidentin der "Vereinigung kalifornischer Hersteller" 1986, "daß soziale Überlegungen keinen Einzug in die Handhabung von Investitionen halten sollten [sic!]."5)

Der Locke'sche6) Grundgedanke von "Eigentum" als dem Garanten der politischen Unabhängigkeit des Individuums vom Staat ist geradezu pervertiert worden: Jetzt ist Eigentum oder besser Besitz nur noch mißbrauchtes Instrument zur Profit-Maximierung einer pseudo-elitären, privilegierten Minderheit von eigenen Gnaden, die sich mit dem (Un-) "Recht" des Stärkeren hemmungs- und rücksichtslos daran selber bedient und die schädlichen Folgen und Kosten ihres schmarotzenden Egoismus und parasitären Narzissmus auch noch mit einer abgefeimten Chuzpe ohnegleichen auf ihre Opfer abwälzt. Das ist hochgradig asozial (vgl. Hans Weiss / Ernst Schmiederer, Asoziale Marktwirtschaft, Kiepenheuer & Witsch, 2004) und ethisch verwerflich.

Die Identität von Kapital und Gangstertum hatte auch Bertolt Brecht7) erkannt und entlarvt, indem er 1928 mit seinem von Kurt Weill kongenial vertonten Theaterstück "Dreigroschenoper" (1930/31 als Film, 1934 als Roman), einer Bearbeitung des satirischen Singspieles "The Beggar's Opera" des Engländers John Gay von 1728, den Kapitalismus als organisierte Kriminalität, als organisiertes Verbrechen, das er in der Tat ist, darstellte, anklagte und verurteilte. (Bekanntestes Zitat daraus: "Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie? Was istschon ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank?")

Der Unterschied zwischen Eigentum und Besitz

Übrigens gebrauchten selbst Karl Marx und Friedrich Engels die Begriffe "Besitz" und "Eigentum" häufig falsch und widersinnig: "Eigentum" ist "Das-Mir-Selber-Eigentümliche". Der Begriff "Eigentum" bezeichnet ausschließlich etwas, das mir von Natur aus (Leben, Freiheit, Gesundheit) oder durch selber erbrachte, eigene Leistung (verdiente Habe) zusteht. Das Wort "Eigentum" setzt sich zusammen aus althochdeutsch eigan: zueigen, zugeeignet, zugehörig (von der germanischen Wurzel aig: eigen-, selbst-; ursprünglich erstes Partizipium zu einem Infinitivum [Verbum] mit der sinngemäßen Bedeutung "zu einem selber gehören", "haben") und althochdeutsch tuom: Verhältnis, Beziehung, Zustand.8)

Der Begriff "Besitz" dagegen stammt über mittelhochdeutsch besitzunge: das Besetzte, der Besitz von althochdeutsch besizzen: etwas innehaben, indem man sich darauf setzt und dann darauf sitzt, also von "besetzen" ab und bedeutet spätmittelhochdeutsch "Belagerung".8) Besitz ist also etwas völlig anderes als Eigentum!

So kann ich fremdes Eigentum in Besitz nehmen oder haben. Solange das in freiwilligem gegenseitigem Einvernehmen geschieht, ist es ethisch und juristisch korrekt. So kann mir ein Anderer sein Eigentum leihen (dann ist es vorübergehend in meinem Besitz) oder schenken (dann wird es mein Eigentum). Eigne ich mir aber fremdes Eigentum  heimlich (Diebstahl), hinterlistig (Betrug, Unterschlagung, Veruntreuung), unter Drohungen (Erpressung/Steuern) oder gewaltsam (Raub/Geldstrafen) an, so ist es natürlich ethisch verwerflich sowie juristisch kriminell und steht mir aus eben diesen Gründen selbstverständlich nicht zu.

Der fälschlich mit dem hier nicht zutreffenden Begriff "Eigentum" bezeichnete, widerrechtlich angeeignete Reichtum aus den Zinsen und Zinseszinsen des Kapitals der Kapitalisten ist also zutreffend "Besitz" zu nennen und steht ihnen selbstverständlich nicht zu. Dieses (fälschlich so genannte) "Eigentum" meinte der französische Anarchist Pierre-Joseph Proudhon9), als er das berühmte, hier zutreffende Wort "Eigentum ist Diebstahl" prägte. Eine Wegnahme und Rückgabe an die rechtmäßigen Eigentümer, die arbeitenden, steuerzahlenden Bürger ("Proletarier") wäre daher noch nicht einmal eine "Enteignung".

"In God We Trust" - Blasphemie und Hybris

In der Welt des Monopol-Kapitalismus herrschen der "Terror der Ökonomie" und die "Diktatur des Profits", so zwei Buchtitel der französischen Autorin Viviane Forrester.10) Geld regiert die Welt - wie einstmals Gott - und bestimmt das Schicksal des Menschen - wie einst ebenfalls Gott. Geld hat Gott verdrängt. Geld ist der "Gott" des Kapitalisten, aber es ist ein böser Gott, es ist ein Dämon, der Dämon "Mammon" (mammon, aramäisch: mythische Personifizierung des Reichtums), dessen Priester, die Manager und Ökonomen, Eigennutz und Selbstsucht, Habgier und Egoismus predigen. Von ihm ist er besessen, und ihn betet er an. Zins und Zinseszins sind sein Götze, und sein Goldenes Kalb ist der Profit.  "IN GOD WE TRUST" ("Auf Gott vertrauen wir") steht denn auch, Gott lästernd und jeden wirklich religiösen Menschen geradezu verhöhnend, so bezeichnend wie folgerichtig auf jeder Münze und auf jedem Schein des US-Amerikanischen Dollars. Die (satanische) "Religion" des Kapitalisten ist die "(un)freie Marktwirtschaft", seine "Kirchen" und "Tempel" sind die Banken und die Börse (wie ja umgekehrt in der Antike die Tempel Athens, Roms u. Judäas zugleich Wechselstuben und Leihhäuser waren!), und seine "Sekten" sind die multinationalen Konzerne und Kartelle, Syndikate und Trusts.

Statt der einstmals sieben Todsünden (Stolz, Gier, Lust, Neid, Völlerei, Zorn, Faulheit) gibt es heute nur noch eine einzige: Armut. Gebüßt wurde dafür bis ins 20. Jahrhundert nicht in einer fiktiven jenseitigen Hölle, sondern in der sehr realen diesseitigen, irdischen Hölle der Armenhäuser, die Gefängnisse und Arbeitslager zugleich waren, und wird heute in den Slums, Sozialsiedlungen und Gefängnissen, in denen immer noch so gut wie unbezahlte Zwangsarbeit (sic!) verrichtet werden muss, unserer Tage. Armut wurde früher mit "Faulheit" gleichgesetzt und galt daher als "krimineller Tatbestand", der von der Obrigkeit tatsächlich verfolgt und geahndet wurde, und als schwerste "moralische Verfehlung", ja als "Sünde"! Armut wird auch heute noch mit "Faulheit" assoziiert, als "selbstverschuldet" angesehen und verschafft dem Betroffenen, also dem Opfer, nicht nur weitere wirtschaftliche, sondern obendrein auch noch soziale Nachteile und psychische Probleme. Arbeitslosigkeit als Stigma: Arbeit ist gleich "Gottesdienst", und wer arbeitslos geworden ist, der muss gottlos sein; deshalb wird er exkommuniziert, das heißt, zwangsweise aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Der Schuldner ist ein "ungläubiger Ketzer", der im Auftrag des modernen Gläubigers, der an die Stelle des altmodischen Gläubigen getreten ist, vom heutigen "Großinquisitor", dem Gerichtsvollzieher, verfolgt und zwangsgeläutert, das heißt gepfändet wird.

Und statt des ursprünglichen Dekalogs der göttlichen Zehn Gebote des Alten Testaments gelten für die modernen Fetischisten des Konsums, die Jünger des alles verschlingenden Molochs "Wachstum" und "Fortschritt", die Götzendiener des "Goldenen Kalbes" Profit, die Besessenen und Anbeter des höllischen Dämons Mammon, folgende Perversion von zehn teuflischen Geboten:

  • Du sollst Profit auf Kosten und zu Lasten Anderer machen.
  • Du sollst geizen und gieren, raffen und anhäufen und niemals mit Anderen teilen, es sei denn aus Berechnung, nämlich aus selbstsüchtigen Gründen und zum eigennützigen Vorteil.
  • Du sollst materielle Dinge ansammeln, soviel du nur bekommen kannst, indem du die Unmündigen ausbeutest, die Schwachen versklavst, den Hilf- und Wehrlosen wegnimmst und die Unschuldigen einsperrst sowie  alle zur (fast) unbezahlten Arbeit zwingst und Zins und Zinseszins nimmst.
  • Du sollst intrigieren und denunzieren, lügen und betrügen, mit falschen Blicken und schmeichelnden Worten täuschen und heucheln und mit teuren Kleidern blenden, denn äußerer Schein ist alles.
  • Du sollst arrogant und zynisch, brutal und skrupellos, gefühllos und rücksichtslos sein, denn das sichert dir Reichtum und Macht, Ruhm und Erfolg.
  • Du sollst quälen und schänden, vergewaltigen und rauben, foltern und morden, wann immer es dir gefällt oder einen Vorteil bringt, und du sollst Unrecht und Gewalt preisen, denn daraus resultiert aller Besitz.
  • Du sollst Essen und Trinken der Anderen verderben und vergiften, ihnen gesunde Nahrung, ausreichende Kleidung, angemessenes Obdach, notwendige Medizin, ihre Rechte und Bildung gewaltsam vorenthalten sowie ihre Kultur und Tradition, ihre Gesellschaft und Familien zerstören.
  • Du sollst unaufhörlich Krisen und Terror, Putsche und Revolutionen, Bürgerkriege und Völkerkriege künstlich inszenieren und finanzieren, um davon zu profitieren, und danach die Geschichte fälschen, um Täter- und Opferrollen zu vertauschen.
  • Du sollst die Schöpfung der Natur zerstören, die Erde verseuchen, die Luft verpesten, das Wasser vergiften, alles zusammen radioaktiv verstrahlen sowie die Pflanzen, die Tiere und "unwertes" menschliches Leben ausrotten.
  • Du sollst dich nicht wegen all dieser deiner Verbrechen und Sünden sorgen, denn der Zweck "heiligt" die Mittel, und du hast die Macht zwar ohne das Recht, aber die Anderen, die Vielen bekommen kein Recht ohne Macht.


Calvinismus

Zu verdanken haben wir das vor allem dem perversen "Arbeitsethos" des "Calvinismus", der absurden Lehre von der angeblichen "Prädestination" (Vorherbestimmung des Schicksals) des fanatischen und dogmatischen Reformators und "Urvaters" aller Puritaner, Jean Caulvin11) aus Noyon in der Picardie in Frankreich, der als eine Art "protestantischer Ayatollah" (Dietrich Schwanitz) in der Zeit zwischen 1541 und 1564 in Genf (französische Schweiz) einen üblen, folgenschweren theokratischen Fundamentalismus begründete, der sich in Form des autoritären, repressiven "Puritanismus" und in den Personen seiner bornierten, intoleranten Anhänger, der Quäker, Baptisten, Presbyterianer, Mennoniten, Methodisten u. a., von der Schweiz ausgehend über die Niederlande, England und Nordamerika auf der gesamten Welt breitgemacht hat (und der die Erhebung von Zinsen [Wucher] und die Sklavenhaltung [nicht nur von Schwarzen, sondern auch von weißen Christen!] nicht nur tolerierte, sondern auch aktiv betrieb und förderte!).

So ist aus einem hanebüchenen, infantilen Aberglauben der kranke, dämonische Geist des Kapitalismus erwachsen, dem auch die blöde und dämliche, zugleich menschenverachtende Gesinnung  "Time is money" ("Zeit ist Geld") des Puritaners und Hochgrad-Freimaurers Benjamin Franklin entstammt, und der den Sklavenhandel zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert, die Gründung der Manufakturen des 18., der Fabriken des 19. und der multinationalen Konzerne des 20. Jahrhunderts (und ebenso die der russischen und chinesischen Zwangsarbeitslager sowie der amerikanischen, britischen und deutschen Konzentrationslager) unheilvoll "inspirierte" - nachzulesen in dem Aufsatz "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" (1905) von Max Weber12).

 
1) Bernard de Mandeville (1670 - 1733) war ein niederländischer Nervenarzt und Sozialtheoretiker. In seinem Hauptwerk "The Fable of The Bees: or Private Vices, Publick Benefits” ("Die Bienenfabel: oder Private Laster gleich Öffentliche Vorteile") propagierte er, daß nicht die Tugend, sondern das Laster der Individuen die eigentliche Quelle des Gemeinwohls wäre ("Mandeville-Paradox"): "Fraud, luxury, and pride must live; Whilst we the benefits receive." ("Betrug, Luxus und Stolz müssen gedeihen, damit wir die Vorteile empfangen.")

2) Prof. Dr. Charles Taylor (* 1931), kanadischer Philosoph und Politik-Wissenschaftler, in "Kapitalismus ist unser faustischer Pakt"; in: DIE ZEIT, Nr. 19, 2005.

3) Prof. Dr. Karl William Kapp (1910 - 1976), deutscher Staatswissenschaftler und National-Ökonom, begründete mit seinen beiden Hauptwerken "Volkswirtschaftliche Kosten der Privatwirtschaft" (1950) und "Soziale Kosten der Marktwirtschaft" (1963) die politische Ökonomie der Umwelt und entwickelte die Problemperspektive der "Nachhaltigen Entwicklung".

4) Karl-Erik Ziemen in Universitas, Heft 2 / 1974, S. 118 f.

5) Barbara Cavalier in: Sacramento Bee, 14. 01. 1986; zit. n. Prof. Dr. Jack D. Forbes, Columbus und andere Kannibalen, Peter Hammer Verlag, Wuppertal 1992, S. 116 / 117.

6) John Locke (1632 - 1704), englischer Philosoph, Vertreter des Empirismus und Vordenker der Aufklärung, beeinflußte die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassungen der Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreichs. Hauptwerke: "Two Treatises of Government" ("Zwei Abhandlungen über die Regierung"; 1689) und "An Essay Concerning Humane Understanding" (Ein Versuch über den menschlichen Verstand"; 1690).

8) Nach Lexikon der Deutschen Sprache, Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin/Darmstadt 1969

9) Pierre-Joseph Proudhon (1809 - 1865), französischer Ökonom und Soziologe, gilt als einer der ersten Vertreter des Anarchismus. Bekanntestes Werk: "Qu´est-ce que la propriété? ou Récherches sur le principe du droit et du gouvernement." ("Was heißt Eigentum ? oder : Untersuchungen über die Grundlagen von Recht und Staatsmacht.") Der darin zitierte Ausspruch "La propriété, c´est le vol" ("Eigentum ist Diebstahl") stammt von dem Journalisten und Publizisten, Jakobiner und Girondisten Jacques-Pierre Brissot de Warville (1754 - 1793) und geht auf den kappadokischen Kirchenvater und Bischof Basilius der Große von Caesarea (ca. 330 - 379) zurück: "Denn eigener Besitz ist Diebstahl" (Constitutiones monasticae [Ordensregeln], um 370)

11) Jean Caulvin, auch Johannes Calvin (1509 - 1564), französischer Jurist und Theologe, war Reformator und Begründer des Calvinismus, einer fanatischen und dogmatischen pseudo-religiösen Lehre, deren Kern das pseudo-theologische Konzept der Prädestination (praedestinatio, lateinisch: Vorherbestimmung) ist. Danach hat Gott in seiner "unergründlichen Weisheit" ein- für allemal vorherbestimmt, wer zur ewigen Seligkeit und wer zur ewigen Verdammnis (vor)verurteilt ist. Nichts kann Gottes einmal getroffenen "weisen Ratschluss" ändern, keine noch so guten Taten, keine Beichte, keine Opfer, keine Sakramente. Diese absurde, perverse, ja teuflische Lehre hat Generationen von psychisch schwer geschädigten Verhaltenskrüppeln auf dem (nicht vorhandenen) Gewissen. Calvin erlaubte das Verleihen von Geld gegen Zinsen (sic!) und das Halten von Sklaven (sic!).

12) Maximilian Carl Emil Weber (1864 - 1920), deutscher Soziologe, gilt als der Begründer der modernen Soziologie. Bekannteste Werke: "Politik als Beruf", "Gesammelte Aufsätze zur Soziologie und Sozialpolitik".

 

Quelle: www.mmnews.de

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