Banken in die Schranken! Banken in die Schranken!

Volksbegehren:
Banken in die Schranken!

In unserer Erklärung zu "Wie wird Geld geschaffen?" haben wir etwas sehr Wichtiges ausgelassen: die Zinsen.

Geld vs. Schulden

Ohne Zinsen wäre es tatsächlich möglich, alle Kredite auch zu tilgen. Kommen aber Zinsen ins Spiel, dann gibt es plötzlich nicht mehr genug Geld, um die Kredite tilgen.

Woher kommt das Geld für die Zinsen? Nun, es kommt aus neuen Krediten – die wiederum verzinst sind. Somit wird eines klar: die Kredite plus Zinsen können nur durch neue Kredite zurückgezahlt werden. Da diese Kredite aber wiederum verzinst sind, setzt sich dieses Spiel immer fort. Nur eines kann in einem solchen System nie geschehen: dass die Kredite alle getilgt werden.
Dieses Prinzip wird "Ponzi-Schema" (oder auch Pyramidenspiel) genannt. Pyramidenspiele sind (gemäß StGB §168a) verboten. (Doch wie Sie sehen, haben Banken hier wiedereinmal eine Sonderstellung.)

Beginnen Sie nun zu ahnen, warum unsere Wirtschaft immer wachsen muss? Sie muss immer wachsen, weil die Kreditmenge immer ausgeweitet werden muss, um das Geld für die Zinsen zu erschaffen. Für Banken ist das recht einfach, sie schreiben ja nur Zahlen auf Konten. Von den Kreditnehmern wird jedoch erwartet, das sie für diese Zahlen (dieses Buchgeld) Leistung erbringen. Ist ein Kreditnehmer (aus welchen Gründen auch immer) dazu nicht imstande, wird er einfach enteignet. Ein geniales Geschäftsmodell! Für Banken - nicht jedoch für den Rest der Gesellschaft.


Konsequenzen von Zinsen

Die Konsequenzen von Zinsen werden von den meisten Menschen nicht einmal im Entferntesten richtig eingeschätzt. Bei diesem Thema handelt es sich regelrecht um ein Tabu – um einen blinden Fleck im Denken.

Wie bereits angesprochen, erfordern Zinsen ständiges Wirtschaftswachstum, damit die Leistung für die Zinsen erbracht werden kann. Ist ständiges Wachstum in einem begrenzten System – wie unser Planet Erde nun einmal eines ist – möglich? Natürlich nicht.

"Wer in einer begrenzten Welt an unbegrenztes, exponentielles Wachstum glaubt, ist entweder ein Idiot oder ein Ökonom." (Kenneth Boulding)

Eine ausgezeichnete Veranschaulichung der Problematik findet sich hier. Auch das Kapitel 4 von Chris Martensons "Crash Course" stellt das Problem sehr gut dar.
Um Missverständnisse gleich vorweg zu nehmen: Alles, was stetig mit einem Prozentsatz seiner selbst über die Zeit wächst, wächst exponentiell – über jede Grenze, gegen unendlich. Es spielt nur eine untergeordnete Rolle, ob es sich dabei um einen Prozentsatz von 3% oder 100% (Verdopplung) handelt, bei einem geringeren Prozentsatz dauert es nur etwas länger.
Die Exponentialfunktion wird von den meisten Menschen nicht verstanden. Dr. Albert Bartlett, drückte es so aus: "Die größte Unzulänglichkeit der menschlichen Rasse ist unsere Unfähigkeit, die Exponentialfunktion zu verstehen." (Im Originial: "The greatest shortcoming of the human race is our inability to understand the exponential function.")

Zinsen stellen eine positive Rückkopplung im Geldsystem dar. Zumindestens Menschen mit einer technischen Ausbildung wissen, was das Schicksal jedes ausschließlich positiv rückgekoppelten Systems ist: die Selbstzerstörung.
(Positive) Zinsen sind nicht nachhaltig und ebensowenig ist es ein Wirtschaftssystem, das darauf basiert. Jede Gesellschaft, die es nicht geschafft hat, nachhaltig mit den ihr zur Verfügung stehenden Ressourcen zu wirtschaften, ist letztendlich zu Grunde gegangen. Das lehrt uns die Geschichte. Ist es nicht naiv, anzunehmen, es würde mit unserer Gesellschaft anders sein?

Zinsen und sozialer Frieden über längere Zeiträume schließen sich aus. Zinsen bewirken immer eine immer stärkere Umverteilung des Vermögens von einer armen Mehrheit zu einer kleinen reichen Minderheit.
Dass es sozialen Frieden in einer Welt geben kann, in der es nur eine superreiche Minderheit und eine Armut fristende Mehrheit gibt, wird wohl niemand ernsthaft zu behaupten wagen.

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